Handel

Wie Technik den stationären Handel umkrempelt

20.10.2016
Autor: WiWo

Filialen von der Couch aus besuchen, Roboter, die Waren bringen und Smartphones, die durchs Geschäft lotsen: Der Handel experimentiert mit den Chancen der digitalisierten Welt.

Media Markt testet

Die Zukunft von Media Markt kann relativ klein daherkommen. Gerade einmal 400 Quadratmeter ist sie groß. „Das ist flächenmäßig der kleinste Media Markt, den wir haben“, sagt Martin Wild, Chief Digital bei der Metro-Tochter Media-Saturn. „Das Ganze ist ein Experiment, das zeigt, wie man auf beschränktem Raum ein breites Angebot abbilden kann.“
Die Rede ist vom „Digital Store“, wie Media Markt das neue Filial-Konzept nennt, das derzeit in Barcelona getestet wird.

„Wir als Media-Saturn haben das Thema Digitalisierung in der Konsumelektronik nicht als erste begonnen“, gibt Wild freimütig zu. Mittlerweile sieht das anders aus. Augenscheinlich finden sich auf der Verkaufsfläche kaum Produkte, sieht man einmal von ein paar Smartphones, Tablets und Laptops ab.

Stichwort Effizienz

Dafür präsentiert der Elektronikhändler das Sortiment auf mannshohen Bildschirmen, rund 5000 Produkte. Auf den Bildschirmen kann der Kunde die Ware betrachten, vergleichen, zusätzliche Informationen nachlesen und sie bei Interesse direkt ordern oder sich Nachhause schicken lassen. „Die Ware ist da, aber nicht ausgestellt“, sagt Wild.
In einem angeschlossenen Lager sind die Produkte effizient eingelagert, ein Roboter legt sie in ein Abholfach, wo der Kunde sie rund um die Uhr entnehmen kann. Soll es schnell gehen, kann die Ware auch an einem von zehn Terminals bei Mitarbeitern abgeholt werden.

Die effiziente Raumnutzung hat einen Grund: „Der Store ist an einer der Hauptverkehrsadern in der Innenstadt von Barcelona, da können wir keinen 4000-Quadratmeter-Markt hinstellen“, sagt Wild. Auf einer solchen Verkaufsfläche werden normalerweise rund 45.000 Produkte ausgestellt.

Ob der Digital Store der Vorreiter für das Filialgeschäft der Zukunft von Media-Saturn ist? „Er lebt Digitalisierung sehr konsequent vor, da alle Berührungspunkte mit dem Kunden digitalisiert sind“, sagt Wild. Ob das allein reicht, ist offen. Zunächst will die Metro-Tochter das Kundenfeedback abwarten. Wild zeigt sich aber zuversichtlich, was das Experiment betrifft.

Was der Düsseldorfer Konzern in Barcelona testet, steht beispielhaft für die Bemühungen der Einzelhandelsketten, mit neuen Technologien das angestaubte Filialgeschäft in den Innenstädten neu zu erfinden und fit für die Konkurrenz aus dem Netz zu machen.

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