Handel

ÜBERLEBENSCHANCEN DEUTSCHER HÄNDLER

24.02.2014
Autor: POINT MINDEN

„Es gibt viele Händler, die sind schon mausetot. Die wissen’s bloß noch nicht“. Bei diesem Zitat von Ronald Focken, Geschäftsführer der Serviceplan Gruppe, lief’s dem einen oder anderen Händler im Saal wohl kalt den Rücken runter. Auf dem diesjährigen Deutschen Handelswerbekongress in Köln wurde wieder einmal deutlich, wie wichtig die Vernetzung von Online und Offline ist.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung präsentierte Stephan Grünewald von rheingold aber erst einmal zwei wichtige Konsumententrends. Einerseits machte sein Marktforschungsunternehmen eine Restaurierung bürgerlicher Werte und eine Rückkehr zur heilen Welt aus. Mit Treue-Programmen und Nachhaltigkeits-Versprechen kann der Händler hier punkten.

Auf der anderen Seite erkannten seine Marktforscher aber eine „besinnungslose Betriebsamkeit“ und eine „Erschöpfungs-Konkurrenz“. Burn-out, das klingt für Grünewald denn auch „wie eine moderne Tapferkeits-Medaille“.

Pflege per Post – schön erfolgreich
Glossybox ist ein reiner Online-Händler. Und ein sehr erfolgreicher dazu. Das Unternehmen verschickt an seine 260.000 vorwiegend weiblichen Empfänger Kosmetikboxen in 150 verschiedenen Versionen. Der Box-Inhalt hat einen Wert von 80 €, die Box kostet die Kundin aber nur 15 €.

Geworben wird bei Glossybox, laut Head of Communication Sachar Kriwoj, sehr effizient über Online-Plattformen wie Instagramm, Pinterest oder Youtube. Auch das Angebot scheint zu stimmen. Die Retourenquote liegt bei unter einem Prozent. Zum Vergleich: Zalando sagt man eine Rücklaufquote von 70 Prozent nach.

Den Kunden richtig abholen
„Kunden involvieren“. Diese beiden Worte ziehen sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Zuerst ausgesprochen von REWE-Marketingleiter Marcus Haus bei der Präsentation seiner Kampagne „Bleib hungrig auf Neues“. Hier werden Kunden aufgefordert, sich auch für Produkte aus dem REWE-Sortiment zu interessieren, die sonst nicht auf dem Einkaufszettel stehen.

Am Abend wurde das Involvement auch von GREY-CEO Dickjan Poppema beschworen, der seine Lieblings-Handelskampagnen vorstellte. Involvierende Kampagnen bieten laut Poppema einen Mehrwert, eine emotionale Heimat und sind medienneutral einsetzbar.

Media-Markt gilt wohl im Moment als ein deutsches Vorzeige-Unternehmen, wenn es um die perfekte Vernetzung von Online und Offline geht. Der Eingangs schon zitierte Ronald Focken präsentierte die Media-Markt-Kampagne und zeigte, dass Channel-Hopping und die Second-Screen-Nutzung künftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Es geht auch ohne Online
Manuel Rivera hatte nicht nur den schönsten Namen, sondern auch das Privileg, den Kongress als letzter Redner zu rocken. Und das tat er gerne und unterhaltsam. Der Handy-lose Rivera berichtete leidenschaftlich von seinem erfolgreichen Flagship-Store auf Sylt, seiner Verweigerungshaltung gegenüber Online-Verkäufen und seinem Anspruch, dem Kunden ein einzigartiges Einkaufserlebnis zu bieten.

„Entweder super oder super scheiße“, so das Motto des Sylter Modehändlers mit den Kölschen Wurzeln. Nicht nur er war sich nach den zwei Tagen sicher, dass der stationäre Einzelhandel trotz der großen Online-Konkurrenz weiterleben wird.

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