Social Media

Growth Hacking, wie bitte???

20.09.2016
Autor: Hendrik Lennarz

Growth Hacking bedeutet „das Gewinnen einer maximalen Anzahl von Produktnutzern auf möglichst automatisierter und Nutzerdaten-basierender Basis“. Es handelt sich dabei um ein Mix von Online-Marketing-Maßnahmen, der heute vor allem (aber nicht nur) in Start-ups zum Einsatz kommt, um mit kreativen Methoden, analytischem Denken und mithilfe von Social Media das Wachstum zu pushen und die Bekanntheit zu steigern.

Das erste bekannte Beispiel ist das automatische Wachstum des kostenlosen E-Mail-Dienstes Hotmail aus dem Jahr 1998. Hotmail hat einfach in den Footer einer jeden versendeten E-Mail ihrer Hotmail-Nutzer einen Satz hinzugefügt “PS I Love You: Get your free Hotmail Account” mit einem Hyperlink auf die Hotmail-Registrierungsseite. Mit dem Effekt, dass ein Großteil der Nutzer natürlich mal auf diesen Satz geklickt hat und auf Hotmail.com landete. Dort musste die Website dann „nur noch“ ihren Dienst verrichten und den Menschen einen kostenlosen E-Mail-Account anbieten. Natürlich hatte damals noch nicht jeder einen E-Mail-Account. Somit ein richtiger Growth Hack, zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Zielgruppe ausgespielt.

Fünf wertvolle Growth Hacks:

#1: Up- und Cross-Selling nutzen

Vergessen Sie nicht die Reichweite, die Sie mit Ihrem eigenen Produkt haben. Ihre Zielgruppe bewegt sich heute schon in Ihrem Produkt bzw. auf Ihrer Website und ist somit auch perfekt geeignet, um entweder noch zusätzliche Features zu nutzen (Up- bzw. Cross-Selling) oder dafür zu sorgen, dass neue Nutzer davon erfahren – genau wie bei Hotmail damals.

#2: Split-Tests der Landingpage

Sie haben eine tolle Landingpage mit einem super Design und Registrierungs-Formular. Glauben Sie zumindest. Sie haben auch schon ordentlich Besucher darauf – vielleicht sogar über Paid Ads eingekauft. Leider konvertiert die Landingpage nicht. Statt weiter Besucher draufzuschaufeln, sollten Sie umgehend damit starten, einzelne Punkte der Page gegeneinander zu testen. Starten Sie beispielsweise mit einer Vereinfachung des Formulars.
Weiter geht’s mit Ihren Texten, den Headlines. Was macht Sie besser als die Konkurrenz? Was sind Ihre Top-Features? Und testen Sie bitte alles fleißig mit einem professionellen Testing-Tool oder dem POINT Website Check. Sie werden sehen, es dauert seine Zeit, aber konsequentes Testen erhöht die Konversionrate und damit die Anzahl der Registrierungen.

#3: Rich Snippets in die Google Suchergebnisse integrieren

SEO ist leider viel Aufwand. Wenn Sie schon gute Rankings haben, sollten Sie unbedingt die Klickrate auf Ihr Suchergebnis in Google erhöhen. Die Optimierung des Meta-Titles und der Meta-Description kann mittlerweile jeder. Zusätzlich können Sie durch die Integration von Rich Snippets (Bewertungssterne, Adressinfos, Datumsangaben…) in Ihrem Quellcode die Anzahl der Besucher erhöhen. Ein echter Quickwin!

#4: Onboarding-Mail schreiben

Das passiert jedem: ein Großteil der User meldet sich an, aber nutzt dann das Produkt nicht richtig. Somit ist auch klar, dass diese Nutzer niemals zu zufriedenen Nutzern werden. Ein Free-Nutzer wird also niemals zu einem zahlenden Nutzer. Was ist zu tun? Wie bei der Liebe zählt hier der erste Eindruck. Nach der Registrierung sollte man eine gewisse Zeit verstreichen lassen, zum Beispiel einen Tag, um dann den User per Mail an die Produktnutzung zu erinnern. Je mehr Nutzungsdaten hier vorliegen, desto zielgerichteter kann die Message der Mail sein. Beispiel: „Du hast dich gestern angemeldet, aber dich noch nicht einmal eingeloggt.“ Oder: „Du hast dich gestern angemeldet und wir möchten mal hören, ob alles in Ordnung ist – hier geht es zu den FAQ.“ Mit jedem Tag nach der Registrierung, an dem das Produkt nicht genutzt wird, verschlechtern sich die Chancen, dass man diese Nutzer noch von seinem Produkt überzeugen kann.

#5: Den Aha-Moment finden

Der richtige Aha-Moment gilt unter den Growth Hackern als der Heilige Gral. Twitter hat beispielsweise sehr früh herausgefunden, dass der Aha-Moment eines neuen Twitter-Nutzers bei 30 Followern liegt. Anschließend sind die Nutzer deutlich aktiver, indem sie häufiger Tweets abschicken, favorisieren oder neue Follower hinzunehmen. Das Social Network fängt ab da quasi für den Nutzer an zu funktionieren. Deswegen schlägt Twitter neuen Nutzern direkt nach Registrierung vor, erfolgreichen und ähnlichen Twitter-Nutzern zu folgen und lässt immer wieder Vorschläge und Handlungsempfehlungen aufpoppen oder sendet Auto-Mails. Was ist also der Aha-Moment Ihres Produktes? Finden Sie ihn heraus und machen Sie alles, damit Ihr User diesen Moment so schnell wie möglich erreicht.

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