Digital

Götterdämmerung im App-Markt

28.08.2018
Lesedauer ca. 2:30 Min.
Autor: POINT MINDEN

Ein vernetztes Leben ohne Mobile-Apps ist heutzutage eigentlich unvorstellbar. Allerdings weisen einige nicht zu übersehende Indikatoren darauf hin, dass es mit den Apps, wie wir sie kennen, so langsam zu Ende geht.

Der Konkurrenzkampf der App-Entwickler ist mittlerweile immens geworden. Im Apple Store konkurrieren ca. 2,2 Millionen Apps, bei Google Play sind es sogar fast 3,4 Millionen. Für neue Entwickler ist es fast unmöglich geworden, ihre Apps bei diesem Kosten- und Zeitdruck so auf dem Markt zu platzieren, dass sie gegen die arrivierten Platzhirsche bestehen können.

Kannibalisierungseffekte

Eigene Entwicklungen werden immer seltener und der Trend zur Kopie von bereits bestehenden Apps, die sich gut verkaufen, nimmt massiv zu. Warum viel Zeit und Geld in die Eigenentwicklung stecken, wenn es so einfach ist, Bestehendes zu kopieren?
Damit kannibalisiert sich der App-Markt zunehmend selbst, denn nicht nur die Qualität der Apps nimmt stetig ab, sondern auch die ständigen Redundanzen der Angebote langweilen die User zusehends. So zeigen aktuelle Studien, dass die Anzahl der Apps auf den mobilen Endgeräten in den letzten Jahren stetig abgenommen hat. Zusätzlich versauern viele der ehemals häufiger genutzten Apps auf den Endgeräten und sehen ihrer endgültigen Löschung entgegen.

Konsolidierung und Integration

Große Anbieter, deren Apps nicht kopiert werden können, weil zum Beispiel eigene Plattformen dahinterstehen, wie YouTube, Netflix, Amazon oder Facebook, nutzen diese Effekte, um den Markt für sich zu konsolidieren. Mitbewerber, Add-ons oder Technologieträger werden einfach aufgekauft und in das eigene System integriert.

Dazu kommt, dass sich die Hardware-Hersteller immer mehr auf sprachgesteuerte Anwendungen konzentrieren. Vom Taschenrechner oder der Taschenlampe kennt man das mittlerweile schon: früher gab es dafür eigene Apps, heute werden diese Funktionen nahtlos in die Betriebssysteme integriert. Dies wird in naher Zukunft noch bei zahlreichen anderen Anwendungen der Fall sein und damit den App-Markt weiter ausdünnen.

Eine genaue Prognose, wohin sich der App-Markt entwickelt, ist heute schwer zu stellen. Sehen wir eine komplette Integration in die Betriebssysteme oder eine überschaubare Anzahl von Apps, mit denen sich die Systeme erweitern lassen? Fakt ist, es ist ordentlich Bewegung im Markt und so wie wir ihn heute kennen, wird er in zwei Jahren sicher nicht mehr aussehen.

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