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Das Dschungelcamp: So klingeln die Kassen bei RTL

24.02.2017
Autor: Steven Sowa/ POINT MÜNCHEN

Auch 2017 war das Dschungelcamp von RTL wieder ein Fernsehphänomen allerhöchster Programmgüte. Millionen Zuschauer standen in den Startlöchern,

Medien von A wie „Augsburger Allgemeine“ bis Z wie „Die Zeit“ berichteten rund um die Uhr, die Werbeindustrie investierte üppig und auch unzählige Mitarbeiter des größten europäischen Privatsenders arbeiteten seit Monaten auf Hochtouren. Für die Kölner ist „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ vor allem eins: eine Geldmaschinerie. Kein anderes TV-Event bei RTL zieht die Werbekunden derart gebefreudig an, keine andere Sendung hat ein solch hohes „earned media“-Volumen, also eine kostenlose Berichterstattungswelle vom Boulevard bis zum Feuilleton der Tagespresse.

Die Mitarbeiter

Okay, Dschungelexperten kennen mittlerweile auch die Namen Micky Beisenherz und Jens Oliver Haas, zwei der Gagautoren im Hintergrund der Show, die den Moderatoren Daniel Hartwich und Sonja Zietlow die bissigen Punchlines auf die Karteikarten diktieren. Aber wie viel Manpower schwirrt sonst noch durch den Dschungel, um das RTL-Event zu gewährleisten? Tatsächlich ist das Dschungelcamp-Team riesig: rund 400 Kameraleute, Techniker, Redakteure und Sicherheitsmitarbeiter stehen dafür bereit. Um täglich frisches Material auf die Bildschirme der Republik zu senden, sind drei Arbeitsschichten pro Tag nötig. In denen wird das Material gedreht, ausgewertet, verarbeitet und anschließend von der Sendezentrale in Köln ausgestrahlt.

Die Kosten

Medieninsidern zufolge liegt das Mindestaufkommen bei etwa zwei Millionen Euro pro Folge. Eine Staffel mit Episoden an jedem der 14 Tage Sendezeit kommt somit locker auf 30 Millionen Euro. Kein Pappenstil: Vergleichbare Formate wie „Big Brother“ kommen mit viel weniger Geld aus, allein aufgrund des deutlich niedrigeren logistischen Aufwands. „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist summa summarum eine der teuersten Shows überhaupt im deutschen Fernsehen.

Die Werbeeinnahmen

Das Media- und Marketingberatungsunternehmen Ebiquity hat für das Branchenmagazin „W&V“ errechnet, dass RTL und sein Vermarkter IP Deutschland mit TV-Reklame bei der Jubiläumsstaffel 2016 mit dem Sieger Menderes Bagci mehr als 36,1 Millionen Euro brutto umgesetzt haben.

Dabei ist das Werbeumfeld des Dschungelcamps beileibe kein Schnäppchen: Mit mindestens 78.300 Euro für einen 30-Sekünder ist ein klassischer Werbespot so teuer wie noch nie seit Start im Jahr 2004.

Die Gagen

Bestätigen wird RTL die Zahlen nie, allerdings lassen übereinstimmende Medienberichte darauf schließen, dass einiges an den kolportierten Gagen dran ist. Und eines steht fest: selbst wenn Kandidaten (Bsp.: Gabriel 2016, der Wendler 2015) freiwillig die Flinte ins Korn werfen, kassieren sie ab. Wenn auch nur die Hälfte ihrer Gage – dies ist vertraglich festgeschrieben, um die Ausfallquote möglichst gering zu halten.

Auch bei einer anderen Frage herrscht Gewissheit: Brigitte Nielsen ist historische Topverdienerin für die tropischen Strapazen bei RTL. Die 51-Jährige wurde Dschungelkönigin 2012, kassierte damals 150.000 Euro. Doch sie selbst war es, die sich diesen Rang wieder ablief. Als sie im Januar 2016 in den Regenwald zog, erhielt sie 200.000 Euro und ist damit aktuelle Gagen-Titelverteidigerin. Gunter Gabriel wäre übrigens auch unter den Top-Kassierern gewesen, hätte er nicht aufgegeben. So blieb ihm von seinen 195.000 Euro „nur“ noch die Hälfte.

Im Dschungelcamp 2017 war Casting-Coup Gina-Lisa mit 150.000 Euro kolportierter Gage die Top-Verdienerin – und das hat sie Nastassja Kinski zu verdanken. Mit 250.000 Euro Gage wäre die Schauspielerin und Tochter des weltbekannten Edel-Cholerikers die bestbezahlteste Dschungelcamp-Teilnehmerin aller Zeiten geworden. Doch Frau Kinski verzichtete und ließ sich von Kader Loth ersetzen.

Lowlight bei den Gagen: Sophia Wollersheim aus der vorletzten Staffel. Die offensiv-busige Ehefrau eines Puffbesitzers kam zwar bis ins Finale 2016, aber die 40.000 Euro Gage wurden davon auch nicht mehr.

Die Zuschauer

RTL freute sich ab Freitag, dem 13.01., über einen Zuschauermagneten par excellence. So lag die zehnte Staffel mit einem Zuschauerdurchschnitt von 7,1 Millionen Zuschauern auf einem außerordentlich hohen Niveau. Die Vorjahresausgabe (Zuschauerschnitt: 6,8 Millionen) konnte damit locker getoppt werden. Doch in der Gesamtbetrachtung ist das Camp 2016 „nur“ die vierterfolgreichste aller zehn bisherigen Dschungelstaffeln.

Mit Abstand die erfolgreichsten 14 Episoden bekamen die Zuschauer 2014 zu sehen: 7,95 Millionen Menschen verfolgten durchschnittlich das Ekel-Programm der 8. Staffel, bei dem Larissa Maroldt als Dschungelprüfungsrekordhalterin (ganze 10 Mal) ein Exempel statuierte und Melanie Müller Dschungelkönigin wurde. Auf Platz zwei folgt Staffel 5 mit Dschungelkönig Peer Kusmagk aus dem Jahr 2011. Im Schnitt beobachteten 7,4 Millionen Leute das Treiben von Katy Karrenbauer, Sarah Knappik oder Mathieu Carrière. Einen Rekord hat diese Staffel jedoch bis heute inne: Das Finale vom 29. Januar 2011 ist mit 8,93 Millionen Menschen bis heute die Folge mit den höchsten Zuschauerzahlen.

Außerdem war die 7. Staffel mit Dschungelkönig Joey Heindle, Kanarienvogel Olivia Jones und Dschungel-Opi Helmut Berger sehr beliebt: 7,34 Millionen schauten diese im Schnitt. Doch nicht nur das: auch das Drumherum (neudeutsch: Buzz) wird immer präsenter. So sorgt das Social-Media-Getöse unter dem Hashtag #IBES (Abkürzung für „Ich bin ein Star“) zusätzlich für enorme Aufmerksamkeit.

So holt sich „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ auf Twitter mit täglich ca. 70.000 Tweets stets den Social-TV-Buzz-Tagessieg. Und es wird immer mehr: In den ersten fünf Tagen der 10. Staffel veröffentlichten die Twitter-Nutzer insgesamt fast 30 Prozent mehr Tweets zum Dschungelcamp als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Ein Phänomen, das wächst und gedeiht.

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