MOBILE PAYMENT – BEZAHLSYSTEM DER ZUKUNFT?

Es wäre doch eigentlich so einfach: Bargeld und EC-Karte zu Hause lassen, Smartphone rausholen, abwarten und Zahlung bestätigen. Basis für den „kontaktlosen Zahlungsverkehr“ ist allerdings eigentlich ein Kreditkartenkonto. Doch nur jeder 3. Deutsche besitzt eine Kreditkarte. Für die Kreditkartenmuffel entwickeln Banken und Sparkassen Chips für die Geldkarten, allerdings bisher keine Smartphone-Apps. Während das Mobile Payment in den USA schon fast Alltag ist, konkurrieren also in Deutschland unterschiedliche Systeme.

Der Mobile-Payment-Durchbruch mit Apple und Co.?

Verschiedene kleine Mobile-Payment-Anbieter sind darauf angewiesen, dass Kunden sich die notwendige App installieren und sich mit der komplexen Bedienung vertraut machen. Apple, Samsung und Google setzen hingegen auf vorinstallierte Apps mit einfacher Bedienung auf ihren Smartphones. Besonders das Feature „Apple Pay“ hat sich in USA und Großbitannien bereits durchgesetzt. Apple setzt bei seinem Payment auf eine individuelle Gerätenummer, die die Sicherheit gewährleisten soll und verspricht, die Nummern der Kredit- und Bankkarten nicht auf seinen Servern zu speichern.

Deutsche Lösungen sind kaum über die Testphase hinausgekommen. In Deutschland gibt es bisher nur das System Yapital der Otto Gruppe und das Sparkassen-System girogo. Genau wie die Smartphone-Apps funktionieren die Bankkarten mit einem NFC-Chip. NFC steht für Near Field Communication, man muss also keine Karte mehr in ein Lesegerät stecken, sondern sie oder das Smartphone in geringem Abstand davor halten. So richtig erschließt sich der Vorteil der neuen Technologie noch nicht. Da die Akzeptanzstellen weitgehend fehlen, kann man als Verbraucher auch nicht Mobile Payment zu seiner Standard-Bezahlweise erklären. Skepsis hinsichtlich der Sicherheit bei der Daten-Übertragung und Speicherung kommen hinzu. Auch die Frage, wer die im Vergleich zur Barzahlung entstehenden Kosten für die Abwicklung und Buchung der Zahlungsvorgänge trägt, bleibt unbeantwortet. Ob der Effekt, mit einer Smartphone-Zahlung an der Kasse „in“ zu sein reicht, um Mobile Payment zum Durchbruch zu verhelfen? Lassen wir uns überraschen…