Früher Vogel fängt den Wurm

Timing ist alles, wenn es um Launches und damit zu erzielende Umsätze geht. Das ist normalerweise ein Satz, der mit Produkten und ihrer Markttauglichkeit verbunden ist. Diese Aussage ist allerdings genauso relevant und wichtig, wenn es um alle Belange rund um das Marketing geht.

Immer wieder kommt in diesem Zusammenhang die Aussage von Unternehmen (und hier vor allem aus den Marketingabteilungen), dass es unmöglich sei, irgendeine Aktivität starten zu können, solange das Produkt noch nicht bereit ist. „Was kann ich vermarkten, wenn ich kein Produkt habe?“
Das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein, denn je früher man mit dem Marketing beginnt, desto erfolgreicher kann der Produktstart sein. Es ist ohne Frage richtig, dass man keine Kundenakquisitionskampagnen durchführen sollte, bevor man ein Produkt hat, das die potenziellen Kunden kaufen können. Aber das heißt nicht, dass man kein Interesse aufbauen und eine konkrete Nachfrage generieren kann.

In der Tat gibt es doch einige Aktivitäten, die man nicht erst starten sollte, wenn das Produkt fertig ist, denn dann ist der Zug meistens abgefahren.

Social Media einrichten

Mittlerweile ist es wahrscheinlich allen klar, dass Social Media ein mächtiges Werkzeug ist, aber oftmals wird auch unterschätzt, wieviel Strategie und Konzept vonnöten ist, um dieses Tool in der Folge effektiv nutzen zu können und sein Potenzial immer weiter zu maximieren.
Wie sehen die Zielgruppen aus? Wo verbringen sie Zeit? Welche Plattformen benutzen sie? Das sind nur einige Fragen, die man sich früh genug stellen muss.
Sobald man die Antworten darauf gefunden hat, ist es an der Zeit, die digitale Basisstruktur einzurichten, Inhalte in Form von Texten und Bildern vorzubereiten und relevante Verknüpfungen herzustellen.

Die Grundlage für eine erfolgreiche Marke im Social Web wird immer weit im Voraus einer Kampagne gelegt.

Definieren und analysieren der Zielgruppe

Wie bereits erwähnt, ist es essenziell, die Position im Social Web frühzeitig zu definieren und alle relevanten Vorbereitungen für einen professionellen Auftritt vorzunehmen. Darüber hinaus muss man sein Publikum kennenlernen – was seine Bedürfnisse sind, was ihm gefällt, was es nicht mag und wie man seine Wünsche am besten erfüllen kann, sowohl in Bezug auf das Produkt als auch in Bezug auf die Kommunikation.

Es steht außer Frage, dass man kein Produkt auf den Markt bringen sollte, das auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet ist, ohne dieses Publikum im Voraus in- und auswendig zu kennen? All die daraus resultierenden Informationen müssen dann dafür eingesetzt werden, um die bestmögliche Produkt- und Marketingkampagne zu erstellen.

Einen Hype generieren

Über das eigentliche Produkt zu sprechen, bevor es fertig ist, ist nicht immer eine gute Idee, da gerade das im Internet oft zu unkontrollierbaren Vorabspekulationen und -diskussionen führen kann. Das bedeutet aber nicht, dass man die potenziellen Kunden nicht wissen lassen sollte, dass da etwas Großes kommt.
Sich vorab auf einzelnen, relevanten Plattformen einzuklinken und rudimentäre Informationen zu teilen, beziehungsweise mit dem ein oder anderen Influencer zusammenzuarbeiten, ist sicher eine erfolgsversprechende Strategie.

Wenn man in diesem Zusammenhang sehr früh an die beschriebenen Teilöffentlichkeiten geht, birgt das natürlich die Gefahr, dass durch Leaks mehr durchsickert, als einem lieb ist. In den meisten Fällen überwiegen aber die Vorteile, die Idee mit Menschen zu teilen, denen man vertraut, bei weitem die Risiken, die damit verbunden sind. Große Unternehmen haben in den letzten Jahren immer wieder vorgemacht, wie wertvoll es ist, die Internet-Community in die Entwicklung von Produkten mit einzubeziehen.

Wenn das Konzept vielversprechend ist, werden die Leute, die schon früh davon gehört haben, zu Botschaftern und dann auf eine deutlich glaubwürdigere Art und Weise dafür werben, als man das als Unternehmen jemals könnte.

Aus Beta-Testern werden Botschafter

Warum nicht mal einen kleinen Kreis aus der definierten Zielgruppe eine frühe Version des Produkts testen lassen, bevor es für ein breites Publikum ausgerollt wird? Das kann enorm wertvoll sein und dabei helfen, ein Produkt zu entwickeln, das wesentlich relevanter für die potenziellen Kunden ist. Und es ist eine gute Vorstufe zum oben beschriebenen Botschafter-Programm.

Die Presse füttern

In einem zu frühen Stadium der Presse das halbfertige Produkt vorzuführen, ist ohne Frage keine gute Idee. Aber das bedeutet nicht, dass man nicht mit Journalisten über die gesamte Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen sprechen kann. Oftmals schätzt die Presse ein Produkt anders ein, als man sich das als Unternehmen vorstellt oder wünscht. Es hilft aber sehr, die vermutliche Berichterstattung zum Launch besser einschätzen zu können und unnötige Fehler zu vermeiden. Außerdem hilft es, schon sehr frühzeitig Vertrauen und Loyalität aufzubauen.

Fazit

Das sind einige Marketingaktivitäten, die man starten kann, bevor man ein marktreifes Produkt hat. Sie alle haben gemeinsam, dass sie, wenn sie richtig gemacht werden, die eigentliche Produkteinführung in keiner Weise beeinträchtigen, sondern sie am Ende des Tages um einiges erfolgreicher machen werden.

 

Quelle: POINT MÜNCHEN