Die Macht der guten Geschichte

Jahrelange Erfahrungen zeigen ganz deutlich, dass Kunden und auch Mitarbeiter meistens nicht an strategischen Botschaften interessiert sind. Denn bei der „klassischen“ Unternehmenskommunikation mangelt es fast immer an Authentizität und damit unweigerlich an Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus sind Medien heute so überladen, dass die Zuschauer und Leser sehr genau filtern, was sie nicht relevant finden.
Das Erstaunliche dabei ist, dass die Zielgruppen eher auf gut gemachte Geschichten reagieren, auch wenn diese nicht wirklich wesentliche Fakten enthalten.
Hier sind zehn gute Gründe, warum Sie lieber eine gut erzählte Geschichte verbreiten sollten.

1. Geschichten sind mächtig

Geschichten sind wirkungsvoller als Fakten. Geschichten fesseln, brechen das generelle Desinteresse und wirken gegen Inhaltsüberflutung, sie halten das Publikum aufmerksam, involvieren es und bleiben besser in Erinnerung. Und eine Geschichte kann vor allem eines: nachhaltig inspirieren. Auch wenn man reine Fakten zu kommunizieren hat, kann man eine Story finden oder kreieren, die eine Rahmenhandlung dafür bietet, die relevanten Fakten darin einzubetten und glaubwürdig zu kommunizieren.

2. Unverwechselbare Geschichten bringen die Kommunikation auf die nächste Ebene

Eine unverwechselbare und einzigartige Geschichte ist eine faszinierende, authentische und mitreißende Erzählung, die durchaus eine strategische Botschaft enthalten kann. Vermittelt werden keine strategischen Fakten, sondern wesentliche Key-Points, die die Botschaft unterstützen. Diese Form der Kommunikation unterscheidet sich von taktischem Messaging dadurch, dass es die Markenvision, unternehmerische Werte und Kultur oder eine Geschäftsstrategie mit einer langfristigen Perspektive verbindet und kommuniziert.

3. Einzigartige Geschichten können Strategien kreieren

Wieso das Pferd nicht einmal von der anderen Seite aufzäumen? Eine langfristige Kommunikationsstrategie kann auch durchaus daraus entstehen, dass man Stories entwickelt, die Einblicke und Beweise dafür liefern, wofür eine Marke oder Unternehmen stehen sollte und die die Kraft und die Fähigkeiten haben, diese Strategie dann nachhaltig zu tragen.

4. Gebündelte Stories können den Effekt multiplizieren

Mehrere Geschichten aus verschiedenen Perspektiven erzählt, können der strategischen Botschaft Tiefe, Breite und Frische sowie Energie verleihen. Die Geschichten können verschiedene Protagonisten, Szenarien oder Kontexte widerspiegeln. Um den inhaltlichen roten Faden nicht zu verlieren, sollten alle diese Inhalte an einer Stelle gesammelt und konsolidiert werden. Aus diesem „Story-Nukleus“ kann man sich dann bei Bedarf zu den unterschiedlichsten Kommunikationsanlässen immer wieder bedienen.

5. Content is King, und Geschichten sind der Schlüssel zum Inhalt

Die Zielgruppen in den sozialen Medien sind nicht passiv. Sie haben die Kontrolle und reagieren nur dann auf Nachrichten, wenn sie vom Inhalt fasziniert sind. Inhalt treibt also Erfolg – und Inhalt muss faszinieren, involvieren und authentisch sein. Fakten, so zwingend sie auch sein mögen, gewinnen selten die Aufmerksamkeit, die notwendig ist, um sich in einer überfüllten Medienlandschaft abzuheben. Geschichten dagegen können das aufgrund der eher emotionalen Ausrichtung durchbrechen und die Zielgruppen dort treffen, wo sie wirklich offen sind für eine kommerzielle Kommunikation.

6. Unvergleichbare Geschichten verleihen einer Marke Sichtbarkeit und Energie

Die meisten Marken brauchen Sichtbarkeit und Energie. Sichtbarkeit ergibt sich aus der Fähigkeit einer Geschichte, Aufmerksamkeit zu erregen und ein Medienecho zu generieren. Die Sichtbarkeit durch Werbung, besonders wenn das Produkt wenig emotional oder austauschbar ist, ist schwierig und sehr teuer. Mit der richtigen Story und den damit verbundenen Multiplikationseffekten, auch durch soziale Medien, lässt sich mit deutlich überschaubareren Mitteln ein wesentlich größerer Effekt erzielen. Eine Geschichte mit faszinierenden Charakteren und einer kurzweiligen Handlung wird jede faktenbasierte Kommunikation am Ende übertreffen.

7. Prägnante Geschichten taugen für subtilere Kommunikation

Wenn ein Unternehmensvertreter in seiner Kommunikation versucht, ausschließlich die Vorzüge seines Angebots anzupreisen, dann wird die Zuhörerschaft in den meisten Fällen reflexartig in die Opposition gehen und versuchen, Gegenargumente zu finden. Mit einer guten Story als kommunikativem Rahmen, kann man dieses Verhalten konsequent ausschalten, selbst wenn Fakten in die Geschichte eingebettet sind. Eine Geschichte erlaubt dem Publikum, die Botschaft selbst abzuleiten, wodurch auf einem kleinen Umweg deutlich mehr Überzeugungskraft entfaltet wird.

8. Storytelling sollte immer die strategische Botschaft unterstützen

Auf der Suche nach der faszinierendsten Geschichte sollte die strategische Botschaft niemals verloren gehen, denn das Etablieren der wesentlichen Kernthemen muss immer das langfristige Ziel sein. Wenn das Ziel zu sehr auf das Finden oder Kreieren von Geschichten gerichtet ist, um bei den Zuschauern/Lesern eine emotionale Reaktion und ein damit verbundenes Involvement zu erreichen, kann diese wesentliche Botschaft ganz schnell aus den Augen verloren werden.

9. Glaubwürdige Geschichten können das Klima in der Krise verändern

Wenn eine Vertrauenskrise auftritt, die möglicherweise durch einen Produktfehler, einen persönlichen Lapsus im Management, oder einfach durch eine nicht kundennahe Attitüde ausgelöst wird, kann ein Teil der Antwortstrategie darin bestehen, eine neue, storybasierte Konversation mit den relevanten Öffentlichkeit zu starten. Ein gutes Beispiel dafür ist die „neue“, „persönliche“ Kommunikation, die einige Banken mittlerweile aufgebaut haben. Unternehmen, die in der Wahrnehmung der Verbraucher seit einiger Zeit an unterster Stelle der Imageskala stehen, haben reale Personen aus ihren Unternehmen in die vorderste Linie geschickt, um über deren persönliche Geschichten wieder ein Stück Nähe und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

10. Geschichten wurden immer schon durch ihre Helden getragen

Helden können in diesem Zusammenhang neben Mitarbeitern oder Kunden auch die Produkte oder Dienstleistungen, das soziale Engagement, die Gründer, Leitbilder, Visionen, Wachstumsstrategien, die Marke, Markenbotschafter oder Zulieferer sein. In diesen Themenbereichen stecken unglaublich viele spannende, glaubwürdige und emotionale Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden.

Quelle: POINT MÜNCHEN