Adblocker, Chance oder Risiko?

Adblocker sind sehr effektive Helfer für die Nutzer von Online-Plattformen oder -Medien. Nach einer aktuellen Erhebung in Großbritannien, nutzen in der Zielgruppe der 18- bis 25- Jährigen mittlerweile 47 Prozent Adblocker, um unerwünschte Werbung auf ihren Geräten zu unterdrücken. Adblocking ist ein probates Mittel für die zahlreichen Menschen, die der ständigen Werbeberieselung müde geworden sind. Was in dieser Zeit kein Wunder ist, denn auf der einen Seite steigt die Zahl der Werbekanäle sprunghaft an und auf der anderen Seite werden über diese Kanäle immer mehr Werbebotschaften verbreitet.

Kritischer Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung
Allerdings: Wer Adblocker installiert, der entzieht jenen Unternehmen die wirtschaftliche Basis, die ihre Inhalte im Netz über Werbung finanzieren. Deshalb hatten sechs Medienhäuser – darunter die Spiegel-Gruppe, der Axel-Springer-Verlag und der Fernsehsender RTL – gegen den führenden Adblocker-Anbieter Eyeo aus Köln Klage eingereicht. Allerdings bislang ohne Erfolg.

Neben juristischen Konsequenzen setzen die Medienhäuser auch auf kommunikative Maßnahmen: Der Axel-Springer-Verlag setzte vor die Onlinezeitung „Bild.de“ eine Schranke für all jene Nutzer, die einen Adblocker installiert haben. Ähnlich rigoros ging RTL vor, als der Sender die Internetinhalte des Dschungelcamps 2016 hinter eine Adblocker-Sperre schob.

Doch den deutschen Onlinewerbemarkt scheint dies nicht allzu sehr zu trüben. Aufgeteilt nach Branchen setzt vor allem der Handel auf digitale Werbung, gefolgt vom Kfz-Markt sowie vom Dienstleistungssektor. Insbesondere Werbung auf dem Smartphone verzeichnete im vergangenen Jahr ein starkes Wachstum: ein Plus von 53 Prozent auf 204 Millionen Euro.